Probenvorbereitung

Von der Probenbeschriftung bis zum eigentlichen Versand der Probe müssen bestimmte Vorgehensweisen eingehalten werden, um die reibungslose Abwicklung im Labor gewährleisten zu können. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Abläufe.

Probenkennzeichnung

Die eindeutige Kennzeichnung der Proben ist für die Weiterverarbeitung im Labor von äußerster Wichtigkeit. Dazu gehören die vollständig ausgefüllten Begleitscheine sowie die eindeutige Beschriftung der Probenmaterialien. Bei besonderen Fragestellungen und dringenden Proben können Sie sich direkt mit unseren Laboren in Verbindung setzen.

Probenbeschriftung

Hinweis zur Proben­kennzeichnung

Bei Blutgruppen­bestimmungen und genetischen Unter­suchungen muss die Blutprobe mit dem vollständigen Namen, Vornamen und Geburtsdatum beschriftet werden.

 

 

 

 

Anforderung

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Zentrifugation

Für viele Laboranalysen ist der flüssige Bestandteil des Blutes, das Serum oder Plasma, erforderlich. Daher müssen solche Proben nach der Entnahme zentrifugiert werden. Durch die Umdrehungen entsteht ein Vielfaches der Erdbeschleunigung, was zur Trennung der flüssigen von den festen Bestandteilen führt.

Richtig zentrifugieren

Was bedeutet „richtig zentrifugieren“?

  • Das Ziel ist, so intensiv wie nötig und so sanft wie möglich zu zentrifugieren. Wird zu heftig zentrifugiert, kann die Probe Schaden nehmen (Veränderung der Zellen, Hämolyse), wird zu wenig intensiv zentrifugiert, bleiben Zellen im Überstand und können die Analysenergebnisse verfälschen. 

Welche Zentrifuge muss ich verwenden?

  • Man unterscheidet zwei Arten von Zentrifugen: die Festwinkelzentrifugen und die Ausschwingzentrifugen. Für Gel-Röhrchen ist ausschließlich die Verwendung von Ausschwingrotoren empfohlen.

 

Einstellung der Zentrifuge

Wichtig ist hier, zwischen Drehzahl und g-Zahl zu unterscheiden. Die g-Zahl ist der Wert, der für ein gutes Zentrifugationsergebnis relevant ist. Daher ist bei der Einstellung der Zentrifuge immer die g-Zahl von besonderer Bedeutung. Welche g-Zahl benötigt wird, hängt davon ab, welcher Probentyp und welches Röhrchen verwendet wird.

Wie stelle ich die Drehzahl meiner Zentrifuge richtig ein?

  • Die Drehzahl gibt die Umdrehungen des Rotors pro Minute an und wird mit upm abgekürzt. Oft wird auch die englische Bezeichnung rpm (revolutions per minute) verwendet. Aus der erforderlichen g-Zahl muss die Drehzahl der Zentrifuge ermittelt werden. Hierzu können Sie die Betriebsanleitung der Zentrifuge zu Rate ziehen oder die Drehzahl errechnen:
  • Der Radius kann bspw. am Rotor direkt abgelesen werden. Wenn Reduzierhülsen für kleinere Tubes verwendet werden, verringert sich der Radius.

Einfach lässt sich die Drehzahl auch mit Hilfe des Zentrifugenrechners ermitteln.

Was geschieht beim Zentri­fugieren?

Wie bei der „Senkung“ (Blut-Senkungs-Reaktion) lässt die Schwer­kraft die Zellen aufgrund ihres höheren spezifischen Gewichts auf den Boden des Tubes absinken. Mit der Zentri­fugation wird die Schwer­kraft hundert- bis tausendfach verstärkt, wodurch sich die Trennung in wenigen Minuten erreichen lässt.

Richtiges Messen des Radius

Festwinkelrotor

Festwinkelrotor

Ausschwingrotor

Ausschwingrotor

Zentrifugationsbedingungen nach Entnahmesystemen

Becton Dickinson
Hersteller-Bezeichnung BDFarbe der KappeZentrifugationsbedingungen
(Standardempfehlung bei 18–25 °C)
BD Vacutainer® Serumröhrchenrot1.300–2000 g für 10 min
BD Vacutainer® SST™ II Advance Röhrchengold≤ 1.300 g für 10 min 
BD Vacutainer® EDTA-Röhrchenlilakeine Zentrifugation
BD Vacutainer® Citratröhrchenhellblau150–200 g für 5 Minuten (plättchenreiches Plasma)
2.000–2.500 g für 10 bis 15 Minuten (plättchenarmes Plasma)
> 3.000 g für 15 bis 30 Minuten (plättchenfreies Plasma)
BD Vacutainer® Heparinröhrchengrün≤ 1.300 g für 10 min 
BD Vacutainer® Röhrchen für
Glukose- und Laktatbestimmung
grau≤ 1.300 g für 10 min 
BD Vacutainer® für die Homocystein-Bestimmunggrau≤ 1.300 g für 10 min 
BD Vacutainer® Röhrchen
für Spurenelemente-Bestimmung
dunkelblau  ≤ 1.300 g für 10 min          
Sarstedt
Hersteller-Bezeichnung SarstedtFarbe der KappeZentrifugationsbedingungen
(Standardempfehlung bei 18–25 °C)
S-Monovette® Serumweiß2.000 g für 10 min 
S-Monovette® Serum-Gelbraun2.500 g für 10 min
(nur unter Verwendung von Ausschwingrotoren)                 
S-Monovette® Hämatologierot2.500 g für 10 min
S-Monovette® Gerinnunggrün1.800 g für 10 min
S-Monovette® Plasmaorange2.000 g für 10 min
S-Monovette® Glukosegelb2.000 g für 10 min
S-Monovette® GlucoEXACTgrau2.000 g für 10 min
S-Monovette® ThromboExactrotkeine Zentrifugation
S-Monovette® für PFA 100türkiskeine Zentrifugation
S-Monovette® Homocystein Z-Gelgraukeine Zentrifugation
S-Monovette® für die Metallanalytik                   orange keine Zentrifugation

Probenlagerung und -transport

Einfluss von Temperatur, Zeit und Zellstoffwechsel

Messergebnisse verändern sich in ihren Konzentrationen aufgrund der Stabilität des einzelnen Parameters und durch den Zellstoffwechsel. Zusätzlich können mechanische oder physikalische Beanspruchungen der Probenmaterialien zu Veränderungen führen. Daher ist es wichtig, die Proben richtig zu lagern und für den Transport vorzubereiten.

 

Richtige Lagerung bis zum Probentransport

ProbenmaterialEmpfohlene Lagerungsbedingungen
Gelmonovetten/Serum: alle UntersuchungenKühlschrank (2 bis 8 °C)
EDTA-Blut: Blutbild, HLA- und Lymphozyten-TypisierungRaumtemperatur
EDTA-Blut: Viruslastbestimmung (z. B. HIV)Kühlschrank (2 bis 8 °C)
Citrat-Blut: GerinnungsuntersuchungRaumtemperatur (15 bis 25 °C)
Citrat-Blut: SpezialgewinnungRaumtemperatur (15 bis 25 °C) immer 2 Citrat-Monovetten abnehmen und am Entnahmetag ins Labor!
Abstriche: Mikrobiologie, MolekularbiologieKühlschrank (2 bis 8 °C)
Blutkulturen: Nachweis von ErregernRaumtemperatur (15 bis 25 °C)
Liquor: mikrobiologische UntersuchungenRaumtemperatur (15 bis 25 °C) binnen 2 Stunden ins Labor!
Liquor: immunologische UntersuchungenKühlschrank (2 bis 8 °C)
Urin: alle UntersuchungenKühlschrank (2 bis 8 °C)
Stuhl: alle UntersuchungenKühlschrank (2 bis 8 °C)

Probentransport

Für den richtigen Probentransport sind die gültigen Versandvorschriften sowie die Stabilität der einzelnen Parameter zu beachten. Vollständige Informationen finden Sie auf den Seiten des RKI.

Hinweise zur Probenlagerung

  • Proben verschließen
  • Blutproben so rasch wie möglich ins Labor bringen und analysieren
  • Aufrecht stehend lagern
  • Mehrfaches Einfrieren und Auftauen vermeiden
  • Vollblut ohne Serum/Plasma­trennung mittels Gel oder Filter darf auf keinen Fall tiefgefroren werden!

Für manche Analysen muss das Plasma tiefgefroren oder lichtgeschützt gelagert werden. In diesen Fällen muss das Plasma abzentrifugiert und in einem neuen Röhrchen eingefroren werden.

 

 

 

 

Anforderung

Laborstandorte der Limbach Gruppe

 

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