Weit über zwei Jahre sind seit den ersten Berichten über eine rätselhafte Lungenkrankheit in der chinesischen Metropole Wuhan vergangen. Mittlerweile konnten vielen wissenschaftliche Erkenntnisse zum als SARS-CoV-2 bezeichneten Coronavirus gesammelt werden.
Unsere drei Experten stellen Ihnen relevante Aspekte der COVID-19-Pandemie aus unterschiedlichen medizinischen Blickwinkeln dar. So bekommen Sie einen guten Überblick von der Entstehung einzelner Virusvarianten bis hin zu den Effekten einer COVID-19-Infektion auf das endokrine System.
Agenda
Entstehung & Etablierung neuer Virusvarianten: Dr. med. Konrad Bode, MVZ Heidelberg
Long-COVID – Mechanismen, Risikofaktoren und Management: Prof. Dr. med. Wiltrud Kalka-Moll, Lahn-Dill-Kliniken GmbH
COVID-19-Effekte auf das endokrine System: Dipl.-Med. Jens Jacobeit, MVZ Praxis im Chilehaus
Abstract: Entstehung & Etablierung neuer Virusvarianten
Seit Beginn der SARS-CoV-2-Pandemie wird eine Vielzahl an Virusvarianten mit einer Häufung spezieller Mutationen beobachtet. Schon sehr früh begannen sich bestimmte Virusvarianten durchzusetzen und verdrängten den ursprünglichen Wildtyp.
Um einen besseren Überblick über die in Deutschland zirkulierenden Varianten zu bekommen, werden systematische bundesweite Genomsequenzierungen der Viren durchgeführt. Der ärztliche und technische Leiter der Molekularen Diagnostik im MVZ Heidelberg Herr Dr. Bode hat diese Analysen von Beginn an begleitet und gibt Ihnen einen aktuellen Einblick in die Entstehung & Etablierung neuer Virusvarianten.
Abstract: Long-COVID – Mechanismen, Risikofaktoren und Management
Langanhaltende Symptome können nicht nur nach einer akuten Infektion mit schwerem Verlauf, sondern auch nach einer Infektion mit sehr mildem Verlauf andauern. Long-COVID betrifft – so wie akutes COVID-19 – verschiedene Organe wie zum Beispiel die Atemwege, Herz, Gefäße, Gehirn, Nerven, Magen-Darm-Trakt, Muskeln, Milz, Niere, Leber und Bauchspeicheldrüse. Die häufigsten Symptome von Long-COVID sind Fatigue, Luftnot, Herzbeschwerden, Kognitionsstörungen (Brain Fog), Schlafstörungen, Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, Muskelschmerzen, Konzentrationsprobleme und Kopfschmerzen. Frau Prof. Kalka-Moll fasst in Ihrem Vortrag die Erkenntnisse zu Long-COVID kompakt zusammen und zeigt Möglichkeiten zu Diagnostik sowie Therapie auf.
Abstract: COVID-19-Effekte auf das endokrine System
SARS-CoV-2 schädigt nicht nur das respiratorische System, sondern auch andere Organe. Dazu gehört unter anderem auch das endokrine System. Hyperglykämien und Dysfunktionen der Schilddrüse sind klinisch tätigen Ärzten in der ambulanten und stationären Patientenversorgung geläufig. Darüber hinaus scheint jedoch auch das Reproduktionssystem bei Frauen und Männern und eventuell die kortikotrope Achse vulnerabel zu sein. Sowohl für die akuten COVID-19- Manifestationen in endokrinen Systemen als auch für deren längerfristige Auswirkungen besteht ein erheblicher wissenschaftlicher Aufklärungsbedarf. Der Endokrinologe und Androloge Herr Dipl. Med. Jens Jacobeit gibt Ihnen einen praxisnahen Überblick der bestehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Effekt von SARS-CoV-2 auf das endokrine System, mit dem Ziel, eine sachgerechte Diagnostik als Grundlage einer optimalen Patientenversorgung zu ermöglichen.