Einfluss der Hormone auf zentrale Körperfunktionen

Die Botenstoffe des Gehirns

Hormone zirkulieren im endokrinen System und steuern zentrale Prozesse des Körpers. Sie haben wichtigen Einfluss auf unsere Gefühle und Körperfunktionen. Einige dieser Hormone werden im Gehirn, genauer im Hypothalamus gebildet.

Tief im Gehirn lokalisiert, produziert der Hypothalamus stimulierende wie auch hemmende Hormone und kontrolliert auf diese Weise unsere hormonelle Steuerzentrale, die Hypophyse. Als funktionelle Einheit steuern Hypothalamus und Hypophyse die Hormondrüsen des Körpers, die ihrerseits das gesamte Spektrum der körperlichen Gesundheit beeinflussen und schützen.

Die Botenstoffe des Gehirns im Überblick

Antidiuretisches Hormon (ADH)
  • reguliert den Wasserhaushalt
  • beeinflusst Blutdruck und Blutvolumen
erhöhterniedrigt
Wasserretention, Hämodilution, KrampfanfälleDehydratation, niedriger Blutdruck
Corticotropin-releasing-Hormon (CRH)
  • treibt körperliche und psychische Stressreaktionen an
  • moduliert Angstverhalten
  • unterdrückt Appetit
erhöhterniedrigt
Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie, Osteoporose, Adipositas (vor allem Stammfettsucht), Acne vulgaris, Regeltempostörung, Infertilität, Verlust an Muskelmasse, körperliche Schwäche. Entwicklung eines Cushing-SyndromsGewichtsverlust, niedriger Blutdruck, Anorexia nervosa, Hyperpigmentierungen an nicht sonnenexponierten Stellen (z. B. Handflächen, Genitale, Zunge)
Gonadotropin-releasing-Hormon (GnRH)
  • setzt Steuerhormone für die Hoden und Ovarien zur Initiation und Aufrechterhaltung der Reproduktion frei
  • steigende Spiegel während der Pubertät triggern die sexuelle Reifung (die Pubertät ist abhängig vom Zeitpunkt der Bildung von Sexualhormonen)
erhöhterniedrigt
Fehlendes Feedback zwischen Hypothalamus, Hypophyse und Gonaden (z. B. Menopause,  Z. n. Gonadektomie, hypergonadotroper Hypogonadismus)Osteoporose, Osteopenie, ausbleibende Pubertät, Infertilität (z. B. hypogonadotroper Hypogonadismus, Kallmann-Syndrom)
Wachstumshormon-releasing-Hormon (GHRH)
  • kontrolliert das körperliche Wachstum, den Stoffwechsel und die Entwicklung des Gehirns bei Kindern
  • bei Erwachsenen, beeinflusst es den Stoffwechsel und das Gehirn
  • erhöht im Schlaf, bei Stress, bei körperlicher Anstrengung und niedrigem Blutzucker
erhöhterniedrigt
Hochwuchs bei Kindern, Akromegalie bei Erwachsenen, Diabetes mellitus, MenstruationsstörungenKleinwuchs, verzögerte körperliche und psychomotorische Entwicklung, Pubertas tarda. Bei Erwachsenen Sarkopenie, vermehrte Fettmasse
Oxytocin
  • kontrolliert unterschiedliche Aspekte menschlichen Verhaltens (sexuelle Erregung, Kognition, Vertrauen, Angst, Mutter-Kind Bindung) und Schlüsselaspekte des reproduktiven Systems (Geburt und Laktation bei Frauen, Ejakulation und Konversion von Testosteron zu Dihydrotestosteron bei Männern)
erhöhterniedrigt
Assoziation mit benigner ProstatahypertrophieStillschwierigkeiten bei Frauen, Autismus und verminderte soziale Intelligenz bei Kindern
Somatostatin; Somatotropin-Freisetzung inhibierendes Hormon (SIH)
  • hemmt andere Hormone, besonders Wachstumshormon und Thyreotropes Hormon (TSH)
erhöhterniedrigt
Hemmung der Sekretion des somatotropen Hormons (STH), Diabetes mellitus, Gallensteine, Fettunverträglichkeit, DurchfälleUnkontrollierte Wachstumshormonsekretion
Thyreotropin-releasing-Hormon (TRH)
  • stimuliert die Produktion von Schilddrüsenhormonen, die eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel, das Herz, den Verdauungstrakt, Muskelkontrolle, das Immunsystem, die Gehirnentwicklung und den Knochenstoffwechsel spielen
erhöhterniedrigt
Muskelschwäche, exzessives Schwitzen, Hypermenorrhö (wie Hyperthyreose)Schwäche, Depression, Gewichtszunahme, Kältegefühl, Obstipation, trockene Haut und Haare, kardiale Probleme, Dyslipidämie, Oligomenorrhö, Amenorrhö, (wie Hypothyreose)

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